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Kontroversen über Papstbesuch in Großbritannien

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Kontroversen über Papstbesuch in Großbritannien

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Der heutige Papst hat es nicht so leicht in Großbritannien wie sein polnischer Vorgänger, der Anfang der achtziger Jahre kam – als antikommunistischer Held, der gerade ein Attentat überlebt hatte.

Nun rüstet sich ein buntes Volk zu Protestkundgebungen wegen der Haltung des Papstes in verschiedenen Streitfragen.

Der landesweit bekannter Aktivist der Schwulenbewegung Peter Tatchell sagte:

“Der Papst behauptet, er gehe gegen Kindesmissbrauch vor, aber er weigert sich immer noch, der Polizei die Vatikan-Akten zu übergeben. Darum finden wir, dass er nicht mit der Ehre eines Staatsbesuchs geehrt werden sollte.”

Auch die angekündigte Teilnahme des Primas der irischen Katholiken Sean Brady fordert Widerspruch heraus: Er war einst als Priester zugegen, als missbrauchte Kinder Schweigegelübde unterschreiben mussten; dies hatte er erst kürzlich zugegeben.

Die katholische Kirche hofft nun auf einen kleinen Klimawandel für den Papstbesuch. In London äußerte sich der Erzbischof von Westminster und Präsident der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales Vincent Nichols optimistisch:

“Es gibt immer Streit um Papstbesuche, wo er auch hinreist, wird die Kirche erst kritisiert, und wenn er dann ankommt, geht die Sonne auf, die Wolken verziehen sich, und die Leute mögen ihn.”

Derweil bereiteten sich junge Leute in Edinburgh darauf vor, den Papst zu empfangen; mit dabei war das Oberhaupt der schottischen Katholiken,

Erzbischof Keith O’Brien, der keine Kontroverse scheut und die Abtreibung als “unausprechliches Verbrechen” gegen Gott und die Menschheit geißelte.