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Tauwetter: Russland und Norwegen legen Grenzstreit in der Arktis bei

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Tauwetter: Russland und Norwegen legen Grenzstreit in der Arktis bei

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Mit der Polschmelze in der Arktis tobt der Kampf um Gebietsansprüche und die künftige Ausbeutung der üppigen Bodenschätze. Russland und Norwegen legten jetzt ihren Streit über ihre Grenzen in der Barentssee und im Nordpolarmeer bei und besiegelten in Murmansk einen Vertrag, der das Areal in zwei fast gleich große Teile aufteilt. Damit ist nach vierzig Jahren Grenzstreit das faktische Moratorium für die Ausbeutung beendet, und der Erschließung der enormen Öl- und Gasvorkommen steht nichts mehr im Wege.

Das bringt die übrigen Anrainer-Nationen auf den Plan, die ebenfalls ihren Teil vom Kuchen haben wollen: Die USA, Kanada und Dänemark. Nach internationalem Seerecht stehen ihnen jeweils gut dreihundert Kilometer Wirtschaftszone vor ihrer Küste zu. Doch Russland pocht auf mehr und verweist darauf, dass es sich bei dem Seegebiet um Ausläufer seiner Kontinentalplatte handele.

Der kanadische Außenminister Lawrence Cannon, gerade in Moskau, betonte seinerseits nach der Vertragsunterzeichnung zwischen Russland und Norwegen, Kanada werde aktiv seine Gebietsansprüche verteidigen, das habe es immer wieder bekräftigt.

Egal wer zum Zuge kommt: Umweltorganisationen verfolgen mit Sorge den Wettlauf um die Nutzungsrechte in der Arktis: Sie fürchten mit den Bohrungen dort Umweltkatastrophen und eine weitere Bedrohung ohnehin schon gefährdeter Tierarten.