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Frankreich: Behörden lösen weiteres Roma-Lager auf

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Frankreich: Behörden lösen weiteres Roma-Lager auf

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Die französischen Behörden gehen trotz heftiger Kritik weiter gegen die Roma vor. Jüngstes Beispiel: Ein Lager im Pariser Vorort Bobigny. Ein Polizeiaufgebot sichert den Ort, Bagger schaufeln die Reste dessen weg, was zuvor das Zuhause von Roma-Familien aus Bulgarien und Rumänien war. 30 Menschen hatten hier in einem Tunnel unter den Bahngleisen gelebt. Zwei Jahre lang. Eine Pro-Roma-Aktivistin, die dabei ist, zeigt sich empört, alles werde abgerissen, sagt sie, ohne jegliche Menschlichkeit, selbst Tiere behandele man besser. Andere sehen das nicht so: Niemand habe die Roma gebeten herzukommen, schreit eine Passantin und fragt, warum deren Land nichts für sie tue. Jetzt sollen die Roma zurückkehren, dafür gibt es Geld vom Staat, 300 Euro pro Erwachsenem, 100 für jedes Kind. Aber viele kommen wieder nach Frankreich zurück. Ein Roma sagt, in Frankreich sei es gut, man verdiene Geld, anders als in Rumänien, dort gebe es keine Arbeit, man könne nicht in Rumänien bleiben. Hier sei es in Ordnung, aber es gebe keine Wohnungen, was solle man also machen? Die Verwaltung von Bobigny hat den Roma Zimmer in einem Hotel besorgt, allerdings heisst es aus dem Rathaus, die Stadt könne nicht zur Verantwortung gezogen werden. Der Staat müsse eine Lösung finden.