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Zu Gast bei Feinden: Papst besucht Grossbritannien

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Zu Gast bei Feinden: Papst besucht Grossbritannien

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Tausende Plätze könnten leerbleiben, wenn Papst Benedikt der XVI. heute zu seinem viertägigen Grossbritannien-Besuch auf der Insel eintrifft. Die Vorbereitungen laufen zwar auf Hochtouren, aber die erste Papst-Visite in Grossbritannien seit 1982 ist keine einfache Aufgabe: nicht nur gilt das Verhältnis von Briten und Katholischer Kirche spätestens seit Heinrich dem VIII. als angespannt. Vor allem der Skandal um sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Geistliche verfolgt den Papst. Eine amerikanische Aktivistin, selbst ein ehemaliges Missbrauchsopfer, sagt, der Papst müsse die Namen derjenigen Priester veröffentlichen, die in Missbrauchsfälle verstrickt sind, weiter solle er alle Akten, die er zu den Fällen habe, öffentlich machen und sie den Justizbehörden all der Länder übergeben, wo die Priester herkommen. Für weiteren Zündstoff sorgten zudem Aussagen von Papst-Berater Kardinal Walter Kasper. Kasper hatte Grossbritannien in einem Interview mit einem Dritte-Welt-Land verglichen. Es sei, so Walter weiter, ein säkularisiertes und pluralistisches Land, in dem Christen benachteiligt würden. Nach empörten Reaktionen nimmt Walter nicht an der Reise teil – aus gesundheitlichen Gründen, wie es heisst.