Eilmeldung

Eilmeldung

Festival des freien Fliegens bei Grenoble

Sie lesen gerade:

Festival des freien Fliegens bei Grenoble

Schriftgrösse Aa Aa

Es ist das älteste Festival des freien Fliegens der Welt und findet seit 1974 jährlich in den französischen Alpen in der Nähe von Grenoble statt. Um die Wette und um den Ikarus Cup geflogen wird hier mit Hängegleitern, mit Gleitschirmen, mit Kleinstflugzeugen oder mit Fluganzügen. Dieser Anzug beispielsweise erinnert an eine Fledermaus. Man kann damit fliegen – fast wie ein Vogel. “Es ist, als verwandelte man seinen Körper in ein Flugzeug. Einen Motor gibt es nicht, man bedient sich der Schwerkraft”, so der dreifache Weltmeister Fred Fugen. “Der Anzug verringert die Geschwindigkeit des freien Falls. Sie läge bei 200 Kilometern pro Stunde, mit Anzug beträgt sie 80 Kilometer pro Stunde. In der Horizontalen erreicht man 150 Kilometer pro Stunde.” Neu ist auch, dass immer häufiger Mini-Kameras eingesetzt werden. Damit festgehalten wird das Abenteuer des freien Fliegens, doch genutzt werden sie auch, um die Flugtechnik zu verbessern. Sie kosten weniger als Christophe Mondiere erläutert: “Sie wiegt 85 Gramm, liefert hochauflösende Bilder, kann 90 Minuten lang eingesetzt und wie ein USB-Speicher an den Mac oder PC angeschlossen werden.”

Die Materiale werden immer leichter. Seit einigen wenigen Jahren gibt es ein Mini-Segel, das zweimal kleiner ist als ein Hängegleiter. Das Mini-Segel ist handlicher und komfortabler. Jean-Paul Budillon “Die Segel sind völlig anders, sie sind schnell”, sagt Jean-Paul Budillon. “Und sie wiegen nur zwei Kilo. Es ist unglaublich, mitanzusehen, wie sich ein Sport in völlig neue Richtungen entwickelt.” Die einzelnen Disziplinen des Freiflugs entwickeln, verändern sich. Das gilt beispielsweise für den akrobatischen Flug oder den Langstreckenflug.
Hängegleiter vermögen heute bis zu neun Stunden lang in der Luft zu bleiben. Jean-Francois Larvoire, Spezialist für Langstrecken, führt aus: “Zu anderen Zeiten waren 100 Kilometer außergewöhnlich. Inzwischen gibt es immer mehr Piloten, die das erreichen. Die Besten aus der Region legen Strecken von 200 Kilometern zurück.” Er ist einer der Stars des Ikarus Cups: Archaeopteryx, das leichteste Segelflugzeug der Welt – es wiegt nur 56 Kilogramm. “Das Gerät verkörpert den Freiflug”, bgeistert sich der Pilot, Philippe Bernard. “Man startet von einem Berg, völlig unabhängig. Für den Start braucht man nicht mehr Platz als für einen Gleitschirm. Wie Gleitschirmflieger nutzt man Luftströme und reist wie ein Segelflieger. Großartig!” Die 37. Auflage des Ikarus Cups bei Grenoble dauert bis Sonntag. Die Neuigkeiten bei diesem Festival des freien Fliegens sind nicht weniger faszinierend als die Flugdemonstrationen. Der Traum des Ikarus erfüllt sich hier.