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Wahlen in Afghanistan: Taliban-Terror und Manipulationen

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Wahlen in Afghanistan: Taliban-Terror und Manipulationen

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Anschläge der Taliban und Unregelmäßigkeiten bei der Stimmabgabe haben die Parlamentswahlen in Afghanistan überschattet. Ersten Auswertungen zufolge haben rund 40 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Die unabhängige Wahlkommission bezeichnete den Urnengang als Erfolg. Sie musste jedoch Unregelmäßigkeiten einräumen. Beobachter befürchten massiven Betrug. Aus mehreren Regionen des Landes wurden verspätete Öffnungen von Wahllokalen, fehlende Stimmzettel und Einschüchterungen gemeldet.

Wegen der schlechten Sicherheitslage blieben außerdem mehr als tausend Wahllokale geschlossen.

Abdullah Abdullah, der Führer der Opposition, ist besorgt: “Wenn massiver Wahlbetrug dazu führt, dass wir am Ende nur ein Marionetten-Parlament haben, das alles durchwinkt, dann verlieren wir damit die Chance auf ein richtiges Parlament, das Kontrolle ausübt.”

Bei Angriffen der radikal-islamischen Taliban wurden landesweit nach offiziellen Angaben
mindestens 40 Menschen getötet.

Insgesamt verlief die Parlamentswahl mit mehr als 300 gewaltsamen Zwischenfällen nach Einschätzung der Nato etwas friedlicher als die Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr.

Den Afghanen steht nun eine langwierige Auszählung bevor, das offizielle Endergebnis wird erst für Ende Oktober erwartet.

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