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Nordkoreas Machthaber bringt Sohn für "Thronfolge" in Stellung

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Nordkoreas Machthaber bringt Sohn für "Thronfolge" in Stellung

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Nordkorea will kommende Woche eine neue politische Führung bestimmen. Am 28. September soll nach Meldungen des nordkoreanischen Staatsfernsehens das “höchste Gremium” der herrschenden Arbeiterpartei gewählt werden. Es ist das erste Mal seit 44 Jahren, dass eine Tagung der wichtigsten Parteidelegierten einberufen wird. Das Parteitreffen war bereits für Anfang September angekündigt und wieder abgesagt worden, was Spekulationen über den Gesundheitszustand von Machthaber Kim Jong-il nährte. Der 68jährige, soll 2008 einen Schlaganfall erlitten haben und unter Diabetes und Nierenproblemen leiden. Höchste Zeit also für Staatschef Kim Jong Il, seinen jüngsten Sohn in ein höheres Amt zu befördern, um ihn so für die Führung des Landes in Stellung zu bringen. Ende August hatte Kim Jong-un seinen Vater auf einen Besuch bei Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao begleitet. Dies wurde als Zeichen interpretiert, Kim-Jong-un solle auf zukünftige Aufgaben vorbereitet werden. Auch in der offiziellen Parteipropaganda wird der mutmaßliche Thronfolger der Dynastie Kim bereits als “junger Führer” bezeichnet. Allerdings wurde der 27 oder 28 Jahre alte Kim Jong Un, von dem keine aktuellen Fotos existieren, bisher nie in den staatlichen Medien erwähnt. Für den Fall, dass sein Vater sterben sollte, bevor Kim Jong-un fit für Spitze des Landes ist, steht Kim Jong-Ils Schwager Jan Song-taek als Regent bereit. Es wird erwartet, dass auch er beim Sonderparteitag am 28. September einen hohen Posten bekommt. Doch wer auch immer Kim Jong-ils Nachfolger wird, wird ein schwieriges Erbe antreten. Nordkorea sieht sich nach den Überschwemmungen des vergangenen Sommers erneut mit Nahrungsmittelknappheit und drohenden Hungersnöten konfrontiert, und die Wirtschaft des Landes ist am Boden. Außenpolitisch ist das Regime nach wie vor isoliert, um so mehr, seit es im April 2009 Verhandlungen über internationale Hilfe abbrach und sich weigerte, sein Atomprogramm zu stoppen.