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Pressefreiheit in den Händen von Drogenkartellen

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Pressefreiheit in den Händen von Drogenkartellen

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Im Kamf gegen das organisierte Verbrechen in der mexikanischen Stadt Ciudad Juárez ruft die Zeitung “El Diario” die Kartelle, die seit langem einen blutigen Krieg um die Macht in der Stadt an der Grenze zum US-Bundesstaat Texas führen, zum direkten Dialog auf. Ein Akt der Resignation, drei Tage nach der Ermordung eines ihrer Mitarbeitet.

In einem Leitartikel bezeichnete Chefredakteur Pedro Torres die kriminellen Organisationen als de facto die wahren Machthaber und forderte sie auf, zu erklären, was sie von der Zeitung wollen:

“Wenn die offiziellen Behörden nicht garantieren können, dass wir unsere Arbeit machen und nicht für die Sicherheit der Bürger und deren Recht auf Information sorgen können, wer dann? Wenn die Kartelle es können, dann sollen sie uns sagen, wie.”

6400 Morde allein in Ciudad Juárez, so hatte das Blatt berichtet, hätten die Kartelle 2008 begangen. Für Journalisten ist Mexiko eines der gefährlichsten Länder der Welt. In diesem Jahr sind nach Angaben des Internationalen Presse-Institutes elf Reporter getötet worden.