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Umweltfreundliches Leben im Aschram

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Umweltfreundliches Leben im Aschram

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Für diejenigen, die denken, dass indische Aschrams isolierte, religiöse Schulen sind, die haben noch nichts von Muni Seva im indischen Dorf Goraj, nördlich von Mumbai gehört. Es ist eine Gemeinschaft, die Wissenschaft, Technologie und umweltfreundliche Wirtschaft verbindet. Hinter dieser Initiative stehen Doktor Patel und Deepak Gadhia.

Vikram Patel, Vorsitzender des Aschrams:
“Weil wir ein Krankenhaus haben, benötigen wir viel Energie. Deshalb dachte ich, das Richtige wäre nachhaltige Energie zu nutzen. Es ist perfekt für uns, als Nichtregierungsorganisation bekommen wir dafür auch Förderung. Aber für die Instandhaltung müssen wir jedes Jahr zu unseren Förderern gehen und die fragen sich natürlich, warum sie immer wieder dafür bezahlen sollten.”

Deepak Gadhia, Gadhia-Sonnen-Energiesysteme: “Wir hätten nie daran gedacht, dass dies ein Unternehmen sein könnte. Wir haben als Nichtregierungsorganisation begonnen, aber wir wollten nicht von öffentlichen Mitteln abhängig sein. Deshalb haben wir eine Firma gegründet und zu unserer Überraschung ist dieses Unternehmen gewachsen. “

Der Aschram nutzt bereit seit mehreren Jahren natürliche Ressourcen. Die jüngste Investition ist eine solare Klimaanlage. Sie ergänzt das bereits bestehende Bioenergie-System, dass bis zu 6.000 Kilo Holz pro Tag benötigt, um die 700 Tonnen Luft der Klimaanlage für das Krankenhaus zu produzieren. Durch die Nutzung der Sonne kann eine Tonne Holz pro Tag eingespart werden.

Deepak Gadhia: “Insgesamt haben wir auf 1.250 Quadratmetern Reflektoren. Das Licht wird auf einem Wärmeüberträger reflektiert, um Dampf zu erzeugen. Dieser Dampf wird zu einer Klimaanlage weitergeleitet. Wir produzieren mit der solaren Klimaanlage 100 Tonnen, dass sind ungefährt 350 Kilowatt klimatisierte Luft.”

Das erste Projekt erneuerbarer Energie war eine Biogasanlage, die der Aschram vor rund 20 Jahren anschaffte. Kuhmist wird mit Wasser gemixt und gärt in isolierten Behältern. Dadurch entsteht Methangas oder Biogas, das in Küchen verwendet werden kann.

Deepak Gadhia: “Wir haben 60 Kubikmeter Biogas pro Tag. Das reicht für fünf Küchenöfen. In jeder Küche kochen wir für 100 bis 150 Leute pro Tag.”

Hier wird entweder mit Biogas gekocht oder mit Hilfe der Sonne. Für letzteres werden zehn Parabolschüsseln genutzt, um Licht zu reflektieren und den Wärmeträger, in diesem Fall Öl, auf 250 Grad zu erhitzen. Das reicht aus, um für 500 Kinder zu kochen. Und wenn die Sonne nicht scheint, kann die Hitze auch in isolierten Behältern gespeichert werden.

Deepak Gadhia:“Wir haben zwei Schüsseln, je zehn Quadratmeter groß, die das Licht auf einen Wärmeträger und einen Fokus reflektieren. Das Licht fällt also von zwei Seiten ein und die Temperatur beträgt 550 Grad. Das kalte Öl wird durch die hohe Temperatur des Wärmeträgers erhitzt. Dann wird es in die Küche weitergeleitet und strahlt die Hitze ab.”

Der umweltfreundliche Lebensstil hat dem Muni Seva- Aschram geholfen,nachhaltig zu leben. Heute hat die Gemeinschaft ein Krankenhaus für Krebserkrankungen, ein Technologie-Zentrum, bietet Schutz für alte Menschen und verfügt über ein Waisenhaus und verschiedene Schulen. Doch damit nicht genug: viele Projekte stehen bevor: unter anderem wollen die Bewohner ab kommendem Jahr zu 100 Prozent von erneuerbarer Energie leben.