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Experten schlagen Alarm: Kostenfaktor Alzheimer

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Experten schlagen Alarm: Kostenfaktor Alzheimer

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Die nach ihrem Entdecker benannte Alzheimer-Krankheit ist zu einem ernsten Problem unserer überalterten Gesellschaft geworden. Zum Welt-Alzheimertag beleuchtet der “World Alzheimer Report 2010” die wirtschaftliche Seite der Volkskrankheit. Demnach werden die weltweiten Kosten für die Behandlung und Betreuung Demenzkranker auf 1% der globalen Wirtschaftsleistung steigen, das sind mehr als 600 Milliarden Dollar.
 
Stünde diese Zahl für eine Volkswirtschaft, läge diese weltweit auf Rang 18. Würden die Zahlen ein Unternehmen repräsentieren, würde es weltweit den höchsten Profit machen – mehr als z.B. Exxon Mobil. Heilbar ist Alzheimer bisher nicht, und Forschung und Investitionen liegen weit unter denen für andere häufige Krankheiten. Deswegen fordern die Verfasser des Berichts die Weltgesundheitsorganisation auf, die Demenz- und Alzheimerbekämpfung ganz oben auf ihre Agenda zu setzen.
 
Die Behandlungskosten steigen schneller als die Erkrankungszahlen, insbesondere in den Industrieländern. Entwicklungsländer tragen nur 1% der Kosten und betreuen 14% der weltweiten Fälle. Umgekehrt fallen 89% der Kosten in den reichen Ländern an, in denen 46 Prozent der weltweiten Fälle versorgt werden. Westeuropa und und Nordamerika tragen allein 70% der Kosten.
 
Landesspezifische Übersichten wie aus Großbritannien belegen, dass Demenz eine der teuersten Krankheiten überhaupt ist. Und die Tendenz verstärkt sich. Denn die Lebenserwartung der Menschen steigt, und je älter sie werden, desto höher die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer zu erkranken. Bei 85-jährigen liegt sie bei 50 Prozent. Heute leiden weltweit etwa 35 Millionen Menschen an Alzheimer. Bis 2030 rechnet man mit etwa 66 Millionen, und 2050 könnten es bereits 115 Millionen Fälle sein.
 
Die europäischen Forscher wollen mit ihrem Bericht weltweit ein Bewusstwein für die gravierenden Auswirkungen dieser Krankheit auf Bevölkerung und Wirtschaft wecken. Denn Alzheimer und Demenz sind nicht nur ein Gesundheitsproblem – die sind ein Gesellschaftsproblem.