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Franzosen protestieren gegen spätere Rente

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Franzosen protestieren gegen spätere Rente

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Landesweit haben viele Franzosen erneut gestreikt und demonstriert: gegen die kommende Rentenreform. Zum zweiten Mal in diesem Monat haben die Gewerkschaften zu Protesten aufgerufen.

Wieviele Menschen sich beteiligt haben, bleibt unklar: Die Regierung hat eine Million entdeckt, die Gewerkschaften haben dreimal so viele Menschen gesehen. Für die Regierung waren es weniger Teilnehmer als letztes Mal, für die Gewerkschaften mehr.

Der Gewerkschaftsführer Bernard Thibault kritisiert die starre Haltung der Regierung. Man stehe sich frontal gegenüber, aber die Schuld dafür liege beim Präsidenten.

Die Regierung zeigt sich nur bereit, über Härtefälle bei Frauen nachzudenken – die zum Beispiel nicht ihr
ganzes Leben gearbeitet haben und bei denen deshalb Beitragsjahre fehlen.

Ansonsten werde jetzt abgestimmt und die Reform umgesetzt, sagt Arbeitsminister Eric Woerth. Sonst werde es für die Franzosen einmal gar keine Rente mehr geben.

Durch die Reform steigt das Rentenalter von 60 Jahren auf 62. Auch die Lebensarbeitszeit steigt: Wem Beitragsjahre fehlen, kann die volle Rente ebenfalls erst später bekommen – dann mit 67.

Die Nationalversammlung hat den Entwurf schon verabschiedet. Ab Anfang Oktober berät nun der Senat darüber, die zweite Parlamentskammer. Auch hier hat die Regierung für ihre Pläne aber eine deutliche Mehrheit. Die Gewerkschaften wollen heute darüber beraten, wie es mit den Protesten weitergehen soll.