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"Zeit, Fairness und höhere Gehälter in Krisenzeiten"

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"Zeit, Fairness und höhere Gehälter in Krisenzeiten"

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Europaweit mobilisieren sich Menschen, um gegen die sozialen Einschnitte ihrer Regierungen zu demonstrieren. Euronews traf den EU-Kommissar für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten Laszlo Andor in Brüssel. Er zeigte Verständnis für die Streiks und Demonstrationen.

Sergio Cantone
euronews:

Viele Europäer sind offenbar bereit, auf die Straße zu gehen, um gegen ihre eigenen Regierungen zu protestieren, die europaweit Sozialleistungen kürzen wollen…

Laszlo Andor
EU-Kommissar für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten:

Wir haben in den letzten zwei, drei Jahren eine sehr schwere Wirtschaftskrise durchgemacht und können die Auswirkungen immer noch spüren. Sieben Millionen Jobs verschwanden in der EU. Es gibt nur wenige Länder, in denen ein Wachstum von Arbeitsplätzen zu verzeichnen ist.
Menschen haben die Folgen zu spüren bekommen, aber wir sollten es nicht als Bankrotterklärung des sozialen Modells begreifen. Denn versagt hat das Wirtschaftssystem.

Sergio Cantone
euronews:

Die Menschen sind besorgt. Ihrer Meinung nach sollten die Regierungen zuhören. Ist es denn möglich, die Forderungen zu erfüllen?

Laszlo Andor
EU-Kommissar für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten:

Ich möchte drei grundlegende Prinzipien unterstreichen:
Erstens: Den Zeitfaktor. Ausgaben dürfen nicht zu schnell gekürzt werden, selbst wenn es notwendig erscheint.
Zweitens: Selbst wenn der Haushalt dringend gefestigt werden muss, sollten Kürzungen wenn möglich mit höheren Gehältern einhergehen.
Drittens: Fairness. Welche Teile der Gesellschaft und der Wirtschaft könnten stärker belastet werden?

Sergio Cantone
euronews:

Denken Sie, die europäischen Regierungen sind auf dem falschen Weg? Glauben Sie, es handelt sich um Übertreibungen, wenn die Rede auf Finanzen, Haushalt und den Sozialstaat kommt?

Laszlo Andor
EU-Kommissar für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten:

Es ist sehr schwierig, das richtige Gleichgewicht zu finden. Ich stelle aber fest, dass einige Länder über die Strenge schlagen. Wir versuchen, ihnen zu helfen, das richtige Gleichgewicht zu finden, ihren Haushalt zu festigen, aber gleichzeitig auch für mehr Beschäftigung zu sorgen sowie Schwächere und sozial Ausgegrenzte zu schützen.