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Jetzt aber - neuer Anlauf im Gen-Streit

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Jetzt aber - neuer Anlauf im Gen-Streit

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Sie sind sich zwar weiter uneins, wollen sich aber auf eine gemeinsame Linie einigen. Das ist die Position der europäischen Landwirtschaftsminister, die um einen Kompromiss beim Thema gentechnisch veränderter Pflanzen ringen. Den Vorschlag der EU-Kommission, dass die Mitgliedsstaaten selbst entscheiden, was auf ihren Äckern gedeiht, ließen sie durchfallen.

Gesundheitskommissar John Dalli kommentierte, “lange Rede, kurzer Sinn: Endlich haben die Diskussionen begonnen!”

Bisher waren die Minister oft nicht in der Lage, eine Mehrheit für eine Erlaubnis oder ein Verbot genveränderter Pflanzen zu erreichen. So musste häufig die Kommission entscheiden.

Italiens Landwirtschaftsminister Giancarlo Galan ist Verfechter einer gesamtwuropäischen Regelung:

“Es wäre lächerlich, keine gemeinsame Linie bei diesem bedeutsamen Thema zu haben. Es wäre zu leicht, zwar Gesetze zu erlassen, aber wenn es dann schwierig wird, kocht jeder sein eigenes Süppchen…”

Das Thema bringt Umweltschützer auf die Barrikaden, sie klagen über ungeklärte Risiken für Mensch und Natur.

Deswegen forderte Greenpeace, mit neuen Anbau-Genehmigungen vorerst abzuwarten. So soll mehr Zeit bleiben, um mögliche Gefahren auszuschließen.

Greenpeace-Mitglied Marco Contiero appellierte an die Kommission, auf Nummer sicher zu gehen: “Das große Problem besteht in der Sicherheit und der wissenschaftlichen Kontroverse um genveränderte Organismen. Die Kommission hätte diesen Aspekt in den Mittelpunkt der Diskussionen rücken sollen, damit gewährleistet wird, dass sichere Produkte in den Supermarktregalen landen.”

Was dort angeboten wird, stellt für europäische Verbraucher oft ein Rätsel dar. Misstrauen und Fatalismus machen sich breit.