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Spanier gegen Arbeitsmarktreform

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Spanier gegen Arbeitsmarktreform

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Spanien im Ausstand: Zum Abschluss eines 24-stündigen landesweiten Generalstreiks sind in Madrid und mehreren anderen Städten Tausende Menschen auf die Straßen gezogen. Sie protestierten gegen die Sparpolitik und die Arbeitsmarktreform der sozialistischen Regierung.

Während diese sich jahrelang gut mit den Gewerkschaften stand, ist es mit dem Einvernehmen vorbei, seit die Regierung mit der Arbeitsmarktreform insbesondere den Kündigungsschutz lockerte.

Der Generalstreik ist der erste seit acht Jahren: Nach Gewerkschaftsangaben folgten landesweit siebzig Prozent der Beschäftigten dem Aufruf zur Arbeitsniederlegung. Weite Bereiche der Wirtschaft funktionierten jedoch fast normal. Die Regierung machte keine Angaben zur Streikbeteiligung.

Der Streik traf auch viele Urlauber. Allerdings waren die Auswirkungen nicht so schwer wie erwartet. In ganz Spanien wurden nach Angaben der Flughafenbehörde bis zum Nachmittag fast zwei Drittel der Flüge abgewickelt, auf der Ferieninsel Mallorca mehr als die Hälfte. Am Flughafen in Frankfurt fielen mehr als zwanzig Flüge von und nach Spanien aus.

In Spanien hatte es bisher seit Wiedereinführung der Demokratie vier solche Streiks gegeben, drei gegen die Regierung des Sozialisten Felipe González (1985, 1988 und 1994) und einen gegen den Konservativen José Mará Aznar (2002). Nur 1988 gelang es den Gewerkschaften aber, die Wirtschaft ganz zum Stillstand zu bringen.