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Neue "Landesmutter"? Brasilien vor der Wahl

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Neue "Landesmutter"? Brasilien vor der Wahl

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Der Sieg bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien an diesem Sonntag ist ihr sicher – ob es aber gleich auf Anhieb mit der absoluten Mehrheit klappt, wie die Umfragen zunächst glauben ließen, ist nach zwei Korruptions- und Datenklau-Skandalen um ihre engsten Mitstreiter nicht mehr ganz so gewiss. Dennoch – die 62-jährige Ex-Guerillera Dilma Rousseff schwimmt auf der Popularitätswelle von Präsident Lula. Der darf selbst nicht mehr antreten und hat sie schon früh im vergangenen Jahr zu seiner persönlichen Favoritin erklärt, die sein politisches Erbe weiterführen soll.

Brasilien boomt. Siebzig bis achtzig Prozent der Bevölkerung sind mit der Arbeit der Regierung zufrieden, Lulas Wohlfahrtsprogramme haben Millionen aus der Armut geholt.

Umso schwerer fällt es dem konservativen Oppositionskandidaten José Serra, der 2002 gegen Lula verlor, sich beim Wahlvolk zu profilieren. Er liegt in den Umfragen mit um die 25 bis 30 Prozent weit hinter Lulas Kandidatin, die bei den Brasilianern schlicht Dilma heißt.

Die gut drei Prozentpunkte, die sie nach den jüngsten Skandalen verlor, gingen nicht an ihn, sondern an Marina Silva, die Kandidatin der Grünen. Doch hat diese mit ihren prognostizierten gut 13 Prozent keine Chance, das Wahlergebnis groß zu beeinflussen.

Ob im ersten oder nach zwei Wahlgängen – eins scheint sicher: Brasilien dürfte in nächster Zukunft von einer Frau regiert werden.