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Salomonisches Urteil in brisantem Prozess in Indien

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Salomonisches Urteil in brisantem Prozess in Indien

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In einem hochbrisanten Prozess hat ein indisches Gericht ein salomonisches Urteil gefällt: Ein zwischen Hindus und Moslems umstrittenes Stück Land in Ayodhya soll geteilt werden.

Die Stadt im Unionsstaat Uttar Pradesh ist eine der heiligen Stätten es Hinduismus. Von den etwa 70.000 Einwohnern sind rund 3000 Moslems. Bis vor rund zwanzig Jahren stand an der umstrittenen Stelle eine Moschee aus dem 16. Jahrhundert. Sie wurde 1992 von radikalen Hindus abgerissen. Daraufhin kam es landesweit zu schweren Ausschreitungen mit rund zweitausend Toten. Die Hindus argumentieren, für den Bau der Moschee sei damals einer ihrer Tempel abgerissen worden.

Um erneuten Krawallen vorzubeugen, war schon am Morgen in weiten Teilen des Landes die Polizei ausgeschwärmt. Nach dem Urteil kündigten die Anwälte beider Seiten Berufung an. Bis zu einer Entscheidung des Höchsten Gerichts Indiens können noch Jahre vergehen.