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Ecuadors selbstbewusster Präsident

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Ecuadors selbstbewusster Präsident

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“Wenn ihr den Präsidenten töten wollt, hier ist er!”, ruft ein selbstbewusster Rafael Correa vom Fenster des Krankenhauses, aus dem er später befreit wurde. “Tötet mich, unser Gesundheitssystem, unsere Werte, unseren Kampf für Freiheit. Wir werden weitermachen mit unserer Politik der Gerechtigkeit und Würde.”

Mit Kürzungen hatte der Präsident die Polizei gegen sich aufgebracht, doch bei der Bevölkerung ist er beliebt. Vor allem bei den Armen Equadors. Weil er Milliarden aus dem Ölboom in soziale Projekte steckte. Seine politischen Reformen, die ihm auch seine Wiederwahl ermöglichten, sind nicht immer unumstritten.

So auch das jüngste Gesetz vom vergangenen Juli: Alles Öl und Gas gehört dem Volk, es muss ein Viertel der Einnahmen daraus erhalten, heißt es da. Was das Volk freut, schreckt Investoren ab im kleinsten OPEC-Land.

Der 47-jährige Volkswirt Correa versteht sich als Linker. Er hat in Belgien und den USA studiert. Gelegentlich bietet er Washington die Stirn, das im benachbarten Kolumbien einen engen Verbündeten hat. Venezuelas linksgerichteten Staatschef Hugo Chavez, der Industrien verstaatlicht hat und sich gegenüber den USA selten zurücknimmt, nennt er seinen Freund. Aber er stellt auch klar: In Ecuador regiert nur er, Correa.