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Meuterei in Ecuador: Präsident beklagt "Staatsstreich"

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Meuterei in Ecuador: Präsident beklagt "Staatsstreich"

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Salven aus Maschinenpistolen zwischen Krankenbetten, Uniformierte schießen auf Uniformierte – in Ecuadors Hauptstadt Quito haben Militärs Präsident Rafael Correa aus einem Polizei-Krankenhaus befreit. Correa hatte sich vor meuternden Polizisten dorthin geflüchtet – nach einem versuchten “Staatsstreich”, wie er sagte.

Die Polizisten waren wegen des drastischen Sparkurses der Regierung aufgebracht. Die vorläufige Bilanz: Zwei tote Polizisten, 37 Verletzte – das sind Zahlen des Roten Kreuzes. Bei Unruhen im ganzen Land seien mindestens 50 Menschen verletzt worden.

Noch unter dem Eindruck des lebensgefährlichen Chaos sagte Correa:

“Die Verschwörer haben eine enorme Verantwortung und genauso die, die alles verdrehen. Sie meinen, dass ein Komplott erreicht, was sie an der Wahlurne nicht schaffen.”

Am Donnerstag war die Lage in der Stadt eskaliert: Aus Protest gegen ein Gesetz, das Bonuszahlungen streicht und Beförderungen verzögert, hatten Polizisten Straßen blockiert und den internationalen Flughafen Ecuadors besetzt. Correa rief daraufhin den Ausnahmezustand aus.

Der linksgerichtete Staatschef bezeichnete den früheren Präsidenten Lucio Gutierrez als Drahtzieher.

Correa regiert Ecuador seit Anfang 2007. Bei Neuwahlen 2009 wurde der Sozialist für vier Jahre wiedergewählt. Die politische Lage in dem 14-Millionen-Einwohner-Land ist seit Langem wenig stabil. In den vergangenen 13 Jahren wurde Ecuador von acht verschiedenen Präsidenten regiert.