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Russische Justiz will Journalistenmorde neu aufrollen

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Russische Justiz will Journalistenmorde neu aufrollen

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Die russische Justiz will fünf Morde an Journalisten in den Jahren 2002 bis 2005 wegen neuer Erkenntnisse wieder aufrollen. Das kündigten die Ermittlungsbehörden an, ohne Einzelheiten zu nennen. Die Verfahren waren seinerzeit nach erfolglosen Ermittlungen eingestellt worden. Als bekanntester Fall gilt der Mord an der kremlkritischen Journalistin Anna Politkowskaja,
die 2006 von Unbekannten erschossen worden war.

Das Komitee zum Schutz der Journalisten begrüßte die Ankündigung der Ermittlungsbehörden. Ermittlungsleiter Bastrykin selbst werde in ein europäisches Land reisen, um die Auslieferung eines Verdächtigen im Fall Politowskaja zu verlangen, hiess es. Der Verdächtige war in Moskau von einer Überwachungskamera am Haus der Journalistin gefilmt worden. Das Komitee forderte, dass auch die Hintermänner des Mordes an der Bürgerrechtlerin und kremlkritischen Journalistin Natalja Estemirowa gefasst werden müssten. Estemirowas Leiche war am 15. Juli 2009 mit Schusswunden in der russischen Konfliktrepublik Inguschetien im Nordkaukasus gefunden worden.