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Streit um massiven Polizei-Einsatz von Stuttgart

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Streit um massiven Polizei-Einsatz von Stuttgart

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Nach den Ausschreitungen von Donnerstag wird der Streit um “Stuttgart 21” auch im Parlament in Berlin ausgetragen. Die Opposition gibt der konservativ-liberalen Landesregierung und der Polizei die Schuld an der Gewalt. Diese machen die Demonstranten verantwortlich.

Die Stuttgarter gelten als fleißig und friedlich. Nun sind viele von ihnen schockiert. Roswitha Ebert, eine ätere Dame, sagt am Morgen danach: “Dem Bürger soll eine Lektion erteilt werden. Er hat nichts zu sagen. Solche Einsätze hat es nicht mal in Leipzig bei den Montagsdemonstrationen gegeben wie hier.”

Die Polizei bezeichnete ihren Einsatz von Wasserwerfern und Pfefferspray im Schlosspark als angemessen, immer wieder hätten Demonstranten Kastanien und Flaschen geworfen. Mehr als 100 Protest-Teilnehmer wurden laut Rotem Kreuz verletzt. Bahnhofsgegner sprachen von bis zu 400 Verletzten.

Am Ende konnten bis zu 3000 Menschen nicht verhindern, dass die ersten 25 Bäume für den Bau des unterirdischen Durchgangsbahnhofs gefällt wurden. “Es sollen harte Fakten geschaffen werden”, sagt die Demonstrantin Dagmar Kleinbrink. “Ich denke, es war auch bewusst gemacht, um zu versuchen, uns mürbe zu machen, und das werden sie nicht schaffen.”

Gegen Europas größte Verkehrsbaustelle regt sich seit langem Widerstand, vor allem wegen der immer weiter steigenden Kosten. Die Bahn gibt sie gegenwärtig mit sieben Milliarden Euro an. Dann soll auch ein neuer Park entstehen. Doch zuvor sollen 300 Bäume fallen, manche von ihnen uralt.