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Türkei: Opposition provoziert Armenier


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Türkei: Opposition provoziert Armenier

Diese Leute sind auf dem Weg zum islamischen Freitagsgebet – aber nicht irgendwo, sondern in einer alten armenischen Kirche im Osten der Türkei.

Zu dem Gebet aufgerufen hat die zweitgrößte türkische Oppositionspartei: Damit zeigt sie ihre Haltung zum Versöhnungskurs, den die Regierung gegenüber Armenien einschlägt. Dieser Kurs ist ohnehin voller Hindernisse, das Verhältnis zwischen Türken und Armeniern historisch belastet.

Historisch ist auch der Ort: Die Kirche stammt aus dem elften Jahrhundert; hier – in Ani, in der grenznahen Provinz Kars – war früher die Hauptstadt
eines großen armenischen Königreichs.

Das jetzige Gebet, das provozieren soll, folgt fast unmittelbar auf eine außerordentliche Geste der Versöhnung: Gerade erst vor knapp zwei Wochen konnten Armenier im türkischen Osten eine armenische Messe feiern. Auch sie fand an historischem Ort statt: Die über tausend Jahre alte Kirche auf der Insel Aktamar im Van-See war von der Türkei restauriert worden; normalerweise dient sie als Museum. Einmal im Jahr soll so eine Messe jetzt stattfinden dürfen.