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Franzosen protestieren weiter Rentenreform

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Franzosen protestieren weiter Rentenreform

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Mit einer “Revolte gegen die Rentenreform” von Präsident Nicolas Sarkozy haben erneut hunderttausende Franzosen demonstriert. Landesweit gingen laut den Gewerkschaften knapp drei Millionen Menschen auf die Straßen, um gegen die Anhebung von Rentenalter und Beitragsjahren zu protestieren. Das Innenministerium sprach von knapp 900 000. Es ist bereits der dritte Aktionstag seit dem Ende des Sommers. Einen weiteren soll es in zehn Tagen geben.

“Ich arbeite im Drei-Schicht-System”, klagt ein Demonstrant, “ich habe es satt, mich auf der Arbeit zu verbrauchen. Die Rente mit 62, das ist zu lang für Menschen wie uns, die in Schichten arbeiten.” Und ein anderer fürchtet, dass es nicht genug Jobs gibt für die Jungen, um die Älteren länger arbeiten zu lassen.

Auch Sozialisten-Chefin Martine Aubry findet die Reformen ungerecht: “Ich will wissen, zu sehen, wer sich für die Rentengesetze interessiert, ob es neue Kreise und auch Familien dabei sind und junge Leute”, sagte Aubry.

Wer 40,5 Jahre lang Beiträge eingezahlt hat, kann derzeit mit 60 Jahren in Rente. Künftig soll das nach 42 Beitragsjahren im Alter von 62 der Fall sein. Wer nicht genügend Arbeitsjahre nachweisen kann, erhält künftig statt mit 65 erst mit 67 Jahren die volle Rente. Die Reformen sind bereits von der Pariser Nationalversammlung verabschiedet. Ab Dienstag soll sich der Senat damit befassen.