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Schweizer SVP bekennt sich zu Ratten-Kampagne

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Schweizer SVP bekennt sich zu Ratten-Kampagne

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Drei Ratten, die am Schweizer Käse nagen. Seit einigen Tagen hängt dieses Plakatt im südlichen Kanton Tessin. Darauf ein rumänischer Dieb, ein italienischer Fliesenleger und ein EU-Nager, der den Finanzminister aus dem benachbarten Italien darstellen soll. Jetzt ist klar: Die tanzenden Ratten stammen von der nationalkonservativen Schweizer Volkspartei (SVP), wie schon die Schwarze-Schafe-Kampagne oder Minarette in Form von Raketen. Die Partei gab das auf einer Pressekonferenz bekannt.

Den Unmut, auch in Italien, versteht der Tessiner SVP-Chef Pierre Rusconi nicht: “Die Tiere sind doch sympathisch”, sagt Rusconi, “und sie sprechen Themen an, die die Tessiner berühren, wie auch Menschen in vielen anderen Kantonen.” Auch dass sich seine Partei erst jetzt zu den Plakaten bekennt rechtfertigt Rusconi: Wer hätte den hingeschaut, hätte “SVP” darauf gestanden, fragt er. Die Partei, die immer wieder am politisch rechten Rand auf Stimmenfang geht, ist auf nationaler Ebene stärkste politische Kraft in der Schweiz.

Die Medienpräsenz der Kampagne war hoch, sie entspricht fast dem Hundertfachen der investierten 30 000 Franken, umgerechnet gut 22 000 Euro. Hoch war auch die Empörung in Italien. Dort forderte der Abgeordnete Franco Narducci von der sozialdemokratischen Oppositionspartei Partito Democratico (PD), dass die Internetseite und der Facebook-Account der Kampagne geschlossen werden, sie sei ausländerfeindlich und rassistisch. Zehntausende Italiener pendeln zum Arbeiten in der Schweiz, Italien erhält einen Teil von deren Schweizer Steuern.