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USA: Sorry für Syphillis-Versuche in Guatemala

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USA: Sorry für Syphillis-Versuche in Guatemala

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Die USA haben sich für medizinische Experimente mit Geschlechtskrankheiten entschuldigt, die US-Ärzte in den 40er Jahren in Guatemala durchgeführt hatten. Bekannt wurden sie erst jüngst durch die Recherchen einer Forscherin. Präsident Obama und Außenministerin Clinton riefen Guatemalas Präsident Alvaro Colom an. Doch der hält sich rechtliche Schritte offen. Die Experimente der US-Behörden waren ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, so Colom.

US-Ärzte hatten fast 700 Insassen von Gefängnissen und Psychiatrien – zum Teil durch infizierte Prostituierte – mit Syphillis angesteckt, um zu testen, ob Penicillin Infektionen verhindern kann.

“Das ist doch nicht normal, das so etwas passiert”, empört sich ein Mann in Guatemala-Stadt, “dass eine Weltmacht mittellose Menschen in ärmeren Ländern ausnutzt!”

“Ich bin gegen diese Misshandlungen!”, ruft sagt ein anderer Mann wütend, die Amerikaner sind ungebildete Lümmel alles andere interessiert mich nicht!”

Bereits Anfang der 30er Jahre hatten amerikanische Ärzte Syphillis-Versuche an der eigenen, farbigen Bevölkerung durchgeführt, ohne deren Einwilligung. Dabei ging es um den Verlauf unbehandelter Syphillis. Die Tests in der Gegend um Tuskegee, Alabama, dauerten bis 1972. Obwohl seit den 40er Jahren Penicillin zur Behandlung bereitstand.