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20 Jahre Wiedervereinigung: Wachsender Einfluss dank EU?

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20 Jahre Wiedervereinigung: Wachsender Einfluss dank EU?

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Bei den Feiern zum 20. Jahrestag der Wiedervereinigung saßen sie Seite an Seite – Altkanzler Helmut Kohl, der Deutschland in die Wiedervereinigung geführt hat, und sein politischer Zögling, die amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel. Mit ihr kam eine neue Politikergeneration an die Macht – 1954 geboren gehört sie als erster Regierungschef zur Nachkriegsgeneration.

Argwöhnisch beobachtete das Ausland Deutschlands Wiedervereinigung: Könnte vom “wirtschaftlichen Riesen und politischem Zwerg”, wie US-Außenminister Henry Kissinger Deutschland damals genannt hat, erneut eine Bedrohung ausgehen?

Zwanzig Jahre sind vergangen. Die Einschätzung des Politikwissenschaftlers Mario Telò von der Freien Universität zu Brüssel: Deutschland habe nach seiner weiter zurückliegenden und jüngeren Geschichte gelernt, dass es über die EU eine internationale Schlüsselrolle spielen kann.
Es habe internationales Gewicht erlangt, weil es seine Kompetenzen und Souveränität auf die EU übertragen habe. Es handele sich hierbei um eine multilaterale Lösung.

Deutsche Truppen beim Auslandseinsatz. Von einer reinen Verteidigungsarmee wandelten sich die Aufgaben der Bundeswehr nach der Wiedervereinigung. Mittlerweile stellt das Land das drittgrößte Kontingent ausländischer Soldaten in der Welt. Beim Einsatz in Afghanistan wurden bisher 43 deutsche Soldaten getötet. Das lässt die Diskussionen über die Notwendigkeit des Einsatzes neu aufflammen. So forderten dutzende Demonstranten am Brandenburger Tor in Berlin vor wenigen Wochen den Abzug deutscher Truppen aus Afghanistan.

Mit den Besuchen in der Golfregion und in Nahost bemüht sich die deutsche Regierung um internationales Ansehen. Auch wenn die Debatte über einen ständigen deutschen Sitz im Sicherheitsrat schon lange nicht mehr geführt wird.