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Nobelpreis für "Vater" der Retortenbabys

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Nobelpreis für "Vater" der Retortenbabys

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32 Jahre nach der Geburt des ersten Retortenbabys erhält der geistige “Vater” von Louise Brown den Nobelpreis für Medizin. Der britische Physiologe Robert Edwards wird für die Entdeckung der künstlichen Befruchtung geehrt. Die höchste Auszeichnung für Forscher ist mit umgerechnet einer Million Euro dotiert.

Edwards Forschung stelle einen Meilenstein in der Entwicklung moderner Medizin dar, betonte das Nobel-Komitee in Stockholm. Mit der Ehrung habe man aber gewartet, um sicher zu sein, dass die Methode funktioniere.

Und das tut sie: Auf Louise Brown folgten vier Millionen weitere, so genannte Retortenbabys. Mehr als zehn Prozent aller Paare sind unfruchtbar. Den meisten kann mit der In-vitro-Fertilisation geholfen werden.

Die Idee dazu hatte Edwards bereits in den 50er Jahren. Mit privaten Geldgebern setzte Edwards sich gegen Widerstand von Kirche, Politik und Medien durch. Der Vatikan bezeichnete die Ehrung Edwards nun als unpassend.

Der Vater der Retortenbabys ist heute 85 Jahre alt und gesundheitlich angeschlagen. Edwards Freude über den Preis werde allerdings dadurch getrübt, so ein Vertraurer, dass sein Mitstreiter, der Gynäkologen Patrick Steptoe, die Ehrung nicht mehr erleben könne. Steptoe starb bereits 1988.

Und Louise Brown? Sie hat heute selbst einen Sohn, gezeugt auf natürliche Weise.