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Wahlen in Bosnien-Herzegowina: Machtwechsel bei den Muslimen

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Wahlen in Bosnien-Herzegowina: Machtwechsel bei den Muslimen

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Bei den Wahlen in Bosnien-Herzegowina hat der moderate Kandidat Bakir Izetbegovic, Sohn des verstorbenen ersten Präsidenten Bosniens Alija Izetbegovic, offenbar den muslimischen Vertreterposten im dreiköpfigen Staatspräsidium errungen. Mit 34 Prozent Stimmenanteil verdrängte er der nationalistischen Amtsinhaber Haris Selajdzic. Izetbegovic hatte mit der Versöhnung der ethnischen Gruppen geworben. Er wolle die Lage in Bosnien-Herzegowina stabilisieren und den Bürgern eine bessere Zukunft bieten, Frieden und bessere Bedingungen für wirtschaftliche Entwicklung, sagte Izetbegovic in einer ersten Stellungnahme. Bosnien und Herzegowina besteht seit 1995 mit dem Abkommen von Dayton aus zwei weitgehend autonomen Teilrepubliken, der Föderation Bosnien und Herzegowina sowie der Republika Srpska. Die bisherigen Vertreter der Serben und Kroaten an der Staatsspitze, Nebojsa Radmanovic
und Zeljko Komsic, wurden den vorläufigen Ergebnissen zufolge im Amt bestätigt. Zusammen mit Izebegovic stellen sie die dreiköpfige Staatsspitze. Rund 3,1 Millionen Wahlberechtigte hatten am Sonntag auch das Bundesparlament der fast selbstständigen Landesteile gewählt. Daneben wurden die Kreisparlamente sowie der Staatspräsident in der serbischen Landeshälfte bestimmt.