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Intelligenter Stromverbrauch in Dänemark

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Intelligenter Stromverbrauch in Dänemark

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Das Edison Projekt will das Aufladen von Elektrofahrzeugen auf die Nacht verlegen und den Energieverbrauch kontrollieren.
Ziel ist es, ein intelligentes Stromversorgungsnetz zu entwickeln, das erneuerbare Energien verbraucht.
Die Gemeinden auf der dänischen Insel Bornholm testen derzeit Elektrofahrzeuge. Nächstes Jahr soll hier das erste intelligente Stromnetzwerk installiert werden.

Die Leiterin des Projekts, Maja Felicia Bendtsen, erklärt, wie das Ganze funktioniert:
“Das Prinzip ist einfach: Wenn sie nach Hause kommen, schließen sie ihr Auto an. Doch es lädt sich nicht sofort auf. Ein intelligentes Ladegerät an der Wand kontrolliert den Prozess. Sie können es programmieren und eingeben: “Morgen früh brauche ich mein Auto.” Das Programm legt dann fest, wann das Auto aufgeladen werden soll und sendet eine Nachricht an das Ladegerät. Der Vorgang beginnt zur passenden Zeit, um zwei 2 Uhr in der Früh zum Beispiel.”

In den Labors der Technischen Universität in Kopenhagen arbeitet ein Forscherteam an der Umsetzung.

Momentan bestimmt der Verbrauch die Stromproduktion. Das intelligente Stromversorgungsnetz funktioniert umgekehrt. Es schafft ein System, bei dem jeder Energie kauft und verkauft, wenn es am ertragreichsten ist. Laut dem Programmleiter, Anders Troi, wird das System unseren Umgang mit Energie verändern:
“Sie werden einen Einfluss auf den Markt haben und Energie kaufen, wenn sie billig ist. Sie werden also Energie kaufen und ihr Elektroauto aufladen, wenn der Wind bläst und der Energiepreis bei 10 cent pro Kwh liegt.
Bei Spitzenbedarf steigt der Preis vielleicht bis zu einem Euro pro Kwh und dann können sie die Energie dem intelligenten Stromversorgungsnetz verkaufen und dabei Geld verdienen.”

Elektrofahrzeuge könnten also dem intelligenten Stromversorgungsnetz Energie zurückverkaufen und somit zu dem Energievorrat beitragen, der nötig ist, um eine konstante Versorgung zu gewährleisten.

Louise Groth-Michelsen arbeitet für eine Gemeinde in Bornholm und ist Testfahrerin:
“Dieses Auto kann 100 km weit fahren, dann müssen wir es wiederaufladen, um weiterzufahren. Der Vorgang dauert rund zwei Stunden.”

Das komplette Aufladen eines Elektroautos hingegen kann bis zu acht Stunden dauern. In Zukunft soll die Aufladezeit auf eine Stunde verringert werden. Die Fahrzeuge würden mit dem intelligenten Stromversorgungsnetz zusammenarbeiten.

Dem Studenten Daniel Kullmann zufolge kann durch den Einsatz sehr dicker Kabel mehr Energie als sonst transportiert werden. Er sagt: “Es ist ein Drei-Phasen-System und auf diese Weise können Sie mehr Energie an ihr Auto weiterleiten. Sie können also die Batterie sehr viel schneller aufladen.”

Oscar studiert an der Colombia Universität und entwickelt eine Software, durch die die Elektroautos mit dem intelligenten Stromversorgungsnetz kommunizieren können. Sie teilen ihren Ladestatus mit, und wieviel Energie sie brauchen oder verkaufen können. Oscar erklärt:
“Wir versuchen diese Softwareplatform flexibel zu machen, damit alle elektrischen Batterien an das intelligente Stromversorgungsnetz angeschlossen werden können.”

Auf der Insel Bornholm werden bald noch mehr Elektroautos unterwegs sein. Die Entwickler des Systems wollen testen, ob das intelligente Stromversorgungsnetz dem gewachsen ist und reibungslos funktioniert.