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Kerchove will EU-Passagierdatenbank

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Kerchove will EU-Passagierdatenbank

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Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière hat die jüngsten Anschlagswarnungen der US-Behörden für Europa relativiert. Dazu gebe es keine neuen Erkenntnisse, sagte er, auch mögliche Ziele seien nicht neu.

Einige US-Zeitungen wiesen vorsichtig darauf hin, dass vor allem konservative US-Medien die Warnungen verbreitet hätten. In wenigen Wochen sind in den USA Kongresswahlen.

Im Euronews-Interview sagt Europas Anti-Terror-Korrdinator Gilles de Kerchove: “Uns machen vor allem Dschihadisten Sorgen, die aus Europa oder den USA stammen, die den Pass eines EU-Mitgliedslandes haben, die also auf dem Radar von Polizei und Geheimdiensten nicht leicht zu erkennen sind.”

Die Zusammenarbeit der europäischen Behörden funktioniere gut, sagt der EU-Anti-Terror-Koordinator. Doch er forderte weitere Schritte gegen erweiterte Gefahren: “Es stellt sich jetzt die Frage, ob Europa nicht eine gemeinsame Passagierdatenbank einführen sollte. Als Verantwortlicher denke ich, wie auch mehrere nationale Politiker, dass wir auf die neue Form der Bedrohung mit neuen Mitteln antworten müssen.”

Laut EU-Diplomaten werben vor allem Frankreich und Dänemark für eine EU-Passagierdatenbank. Gegen einen möglichen Austausch solcher Daten mit den USA gebe es Bedenken vor allem im EU-Parlament, so Gilles de Kerchove.