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Mit Eiern gegen die Krise: Proteste in Island


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Mit Eiern gegen die Krise: Proteste in Island

Auf Islands Parlament sind wieder Eier und Farbbeutel geflogen: Wie schon am Freitag haben mehrere tausend Menschen vor dem Gebäude ihrer Wut über die Folgen der Wirtschaftskrise Luft gemacht.

Sie wollten mit allen Mitteln die Rede der Regierungschefin vor den Abgeordneten stören. Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir, die nach der Sommerpause ihre Ziele präsentierte, wollte umgehend mit allen Parteichefs darüber beraten, wie sie auf die Proteste reagieren soll.

Die Isländer haben genug von der anhaltenden Krise im Land: “Wir müssen der Regierung zeigen, was wir fühlen, denn das isländische Volk blutet aus, der Wert der Häuser verfällt – bald werden wir gar nichts mehr haben”, klagt eine Demonstrantin.

“Ich protestiere gegen die derzeitige Lage in der Gesellschaft, die Arbeitslosigkeit und die völlig ungeeigneten Abgeordneten”, schimpft ein anderer.

Seit dem Beinah-Bankrott durch die Finanzkrise schrumpft Islands Wirtschaft, die Isländer haben massiv an Kaufkraft verloren, die Arbeitslosigkeit liegt unverändert bei rund acht Prozent. Viele müssen ihre Häuser verkaufen, weil sie die Kredite nicht mehr abzahlen können.

Die Menschen sind mit der Art, wie die seit 2009 amtierende Regierung die Krise zu bewältigen versucht, genauso unzufrieden wie mit den Vergängern. Deren Sturz hatten sie mit ihren lautstarken Protesten letztlich mit herbeigeführt. Ex-Ministerpräsident Geir Haarde wird sich nach einem Beschluss des Parlaments wegen Fahrlässigkeit im Umgang mit der Finanzkrise vor Gericht verantworten müssen.

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