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Terrorrisiko in Europa: Hysterie oder berechtigte Wachsamkeit?

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Terrorrisiko in Europa: Hysterie oder berechtigte Wachsamkeit?

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Besteht derzeit erhöhte Terrorgefahr in Europa – oder ist es Panikmache? An diesem Donnerstag werden die EU-Innenminister sich mit ihren amerikanischen Kollegen darüber in Luxemburg beraten. Nach den Reisewarnungen aus Übersee bemühen sich die Regierungen in Paris oder Berlin weiter, Hysterie zu vermeiden – bei aller Wachsamkeit: Am Dienstag wurden beispielsweise in Südfrankreich mehrere verdächtige Islamisten festgenommen.

Peter Neumann, Sicherheitsexperte am King’s College in London, meint zu den Warnungen der USA: “Die Amerikaner sind sehr nervös hinsichtlich möglicher Anschlagspläne in Europa und Amerika. Sie neigen dazu, viel früher zu intervenieren als Europas Sicherheitsbehörden, die vielleicht ein bisschen länger warten, den Plan sich entwickeln sehen wollen, um so auf die Spur anderer Verdächtiger gebracht zu werden, die nützlich für die Ermittlungen sein könnten.”

Als mögliche Anschlagsziele in Deutschland wurden unter anderem Knotenpunkte in Berlin ausgemacht: der Hauptbahnhof, der Alexanderplatz und das Hotel Adlon am Brandenburger Tor.

Die Sicherheitsbehörden in Deutschland gehen aber davon aus, dass die USA sich auf schon länger vorliegende Informationen stützen. Innenminister Thomas de Maizière wird nicht müde, zu wiederholen: “Im Ergebnis liegen gegenwärtig keine konkreten Hiweise auf unmittelbar bevorstehende Anschläge in Deutschland vor.”

Entwarnung heißt dies nicht: Angesichts der Angriffe der US-Armee auf Islamisten in Pakistan und zunehmender Fahrten von Europäern zu Trainingslagern der Terrorgruppen bleiben die Experten wachsam.