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Verhärtete Fronten zwischen EU und China

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Verhärtete Fronten zwischen EU und China

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Der Streit um die chinesische Währung dürfte wohl auch das bilaterale Treffen zwischen der EU und China an diesem Mittwoch belasten. Europa und die USA kritisierten wiederholt, dass der Yuan zu niedrig bewertet werde, um chinesische Produkte auf dem Weltmarkt zu verbilligen.

Die Kritik an der Volksrepublik hatte sich in den vergangenen Monaten erhöht – vor allem seitens der USA. Vor dem bilateralen Treffen mit der EU in Brüssel forderte Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao deshalb, keinen weiteren Druck auf sein Land auszuüben: Der Wert des Yuans werde Schritt für Schritt erhöht.

Politisch sei es schwierig für China, kritisiert zu werden und als einziges Land handeln zu müssen, erklärte dieser Politikwissenschaftler André Sapir vom Bruegel Institut.

Während die EU auf dem vorausgegangenen ASEM-Gipfel an einem Strang zog, versuchte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy China für seinen Plan einer neuen Währungsordnung zu gewinnen – eine der Prioritäten der G20, deren Zügel Sarkozy ab November in die Hand nimmt.

“Die Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer hat einen Rahmen für ein ausgewogenes Wachstum in der Welt geschaffen. Innerhalb dessen sollten die drei Hauptakteure – USA, Europa und China – handeln. Das ist meiner Meinung nach die Lösung. Allerdings China muss seine Hausaufgaben machen,” sagte Politikwissenschaftler André Sapir vom Bruegel Institut.

Wen kündigte bei seinem Besuch in Athen den Kauf griechischer Staatsanleihen an. Offenbar will China den Hafen von Piräus zur Drehscheibe für seine Exporte nach Europa machen. Außerdem sollen griechischen Reedern günstige Kredite angeboten werden, damit sie weitere Schiffe in China herstellen lassen.