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Wenn Giftseen überlaufen - europäische Erfahrungen

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Wenn Giftseen überlaufen - europäische Erfahrungen

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Am Montag barst der Damm eines Rückehaltebeckens, in dem eine Firma im ungarischen Ajka den Abfall ihrer Aluminiumproduktion gelagert hatte.
Es handelt sich um stark ätzenden Bauxitschlamm.
Diese “rote Flut” ergoß sich sehr schnell über eine Fläche von 40 Quadratkilometern.
Sieben Orte sind von dem lebengefährlichen Schlamm eingeschlossen, 4 Menschen starben bereits, um die 120 sind verletzt.
Bedroht sind auch Flora und Fauna in der Donau.
Bei diesem Chemieunfall in Ungarn wurden mindestens 700.000 Kubikmeter giftige Flüssigkeit freigesetzt, die mit Blei, Chrom und Arsen angereichert ist.
Das weckt Erinnerungen an eine ähnliche Katastrophe, unter der ebenfalls die Donau zu leiden hatte. Im Januar 2000 barst im rumänische Baia Mare ebenfalls der Damm eines Rückhaltebeckens. Die Abfälle stammten aus einer Goldmine.
in Baia Mare wurden mehr als 100.000 Kubikmeter einer nach dem Auswaschen von Gold zurückbleibenden Flüssigkeit freigesetzt – die hochgradig mit Zyanid versetzt ist.
Auch hier erreichte das Gift über Nebenflüsse schnell die Donau – selbst in deren Delta zeugten tote Fische von der Umweltkatastrophe.
Drittes Bespiel: 1998, Aználcollar im spanischen Andalusien. Auch hier lief ein Becken mit giftigen Industrieabfällen aus dem Bergbau über.
6 Millionen Kubikmeter einer mit Zink und Arsen angereicherten Flüssigkeit wurden freigesetzt.
Anders als in Ungarn und Rumänien gelang es in Spanien mit drei schnell errichteten Deichen vieles davon aufzuhalten. Die Arbeiten zur Reinigung der gefährlichen Brühe zogen sich über drei Jahre hin und kosteten die spanischen Steuerzahler 240 Millionen euro. Hier konnte eine größere Umweltkatastrophe verhindert werden. Der bedrohte Nationalpark Doñana wurde gerettet .