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Afghanistan: Sinnloser Krieg?

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Afghanistan: Sinnloser Krieg?

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Genau neun Jahre ist es her, dass die USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ihre Offensive in Afghanistan starteten. Zunächst waren Erfolge zu melden: Das Taliban-Regime gestürzt, eine neue Verfassung, demokratische Wahlen, wenn auch mit Hindernissen…

Doch in den vergangenen Jahren sind die Taliban erstarkt, Anschläge und Angriffe häufen sich.
Nach den jüngsten Angriffen auf die Nachschubkonvois für die Internationale Schutztruppe durch pakistanische Taliban bekräftigt ein ISAF-Sprecher, dass deren Operationen in Afghanistan durch all diese Vorfälle nicht behindert würden.

Doch mehren sich die kritischen Stimmen. Die Militär-Operation hat immer weniger Rückhalt bei der Bevölkerung in den USA wie in Europa. Seit Beginn der Invasion starben mehr als 2.000 ausländische Soldaten, über die Hälfte von ihnen in den vergangenen zwei Jahren. Während US-Präsident Obama die Truppen aufstockte, ziehen erste Partner ihre Soldaten ab: Die Niederlande waren die ersten, Kanada will folgen.

Die düstere Einschätzung des afghanischen Politikforschers Haroon Mir: “Generell war die NATO nicht in der Lage, die Taliban zu schlagen. Sie konnte deren Stoßkraft nicht brechen, sondern die Taliban konnten ihren Einflussbereich noch ausdehnen und ihre Angriffe auf die NATO-Truppen und die afghanische Regierung noch intensivieren.”

In Afghanistan zeichnet sich derweil eine vorsichtige Annäherung ab: Mit dem an diesem Donnerstag offiziell eröffneten Friedensrat will Präsident Karsai den Kontakt mit den Aufständischen verstärken. Außerdem soll er Geheimgespräche mit den Taliban führen.