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China - EU: Nicht eitel Sonnenschein

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China - EU: Nicht eitel Sonnenschein

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Auf ihrem Gipfel in Brüssel haben China und die EU Differenzen eingeräumt. Zu den Streitpunkten gehört der Kurs des Yuan. Während die Europäer der Ansicht sind, die chinesische Währung sei unterbewertet, lehnen die Chinesen alle Forderungen nach einer Aufwertung ab. Der Politikwissenschaftler Daniel Gros vom Centre for European Policy Studies sieht nur geringe Einflußmöglichkeiten für die EU:

“Die EU hat nicht wie die USA eine strategische Partnerschaft mit China. Die Chinesen betrachten Europa als schönen, großen Markt, aber nicht als etwas, das politisch von Bedeutung für sie ist”, meint Gros.

Während sich die EU von Peking mehr Unterstützung im Atomkonflikt mit dem Iran und beim Stopp des nordkoreanischen Atomprogramms wünscht, möchte China, dass die EU das Waffenembargo, das nach der blutigen Niederschlagung der Unruhen von 1989 verhängt worden war, aufhebt.

Die Chinesen haben erfolgreich Versuche der EU abgewehrt, sie zu einer einseitigen Abwertung des Yuan zu bewegen. Rätselhaft war die Entscheidung, die traditionelle gemeinsame Pressekonferenz abzusagen. Offiziell hieß es, das hänge mit Terminschwierigkeiten zusammen, aber unabhängige chinesische Journalisten sagten, der eigentliche Grund sei gewesen, dass die chinesische Delegation keine unangenehmen Fragen beantworten wollte.