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Karsai verhandelt mit Taliban

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Karsai verhandelt mit Taliban

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In Kabul hat Präsident Harmid Karsai offiziell den “Hohen Friedensrat” eröffnet.
Er ruft damit genau 9 Jahre nach Beginn des Krieges zu Gesprächen mit den Taliban auf.
Die USA befürworten das.

Der Sprecher des State Departement hat eine entsprendende Meldung der “Washington Post” bestätigt.

Nachdem mehr als 1.200 amerikanische Soldaten in Afghanistan gefallen sind soll nun ein Kriegsende per Verhandlung in Sicht sein?
Spekuliert wird über ein “umfassendes Abkommen”, das die Beteilung der Taliban an einer “Regierung der nationalen Einheit” vorsehe, sowie den Abzug der US- und NATO-Truppen.

De facto kontrollieren die Taliban ohnehin schon eine Hälfte des Landes. Neun Jahre, nachdem die US-geführten Alliierten sie vertrieben hatten.
Der US-Geheimdienstmann Matthew Crawford nennt die Taliban “sehr furchtlos”, in den vergangenen zwei Jahren hätten sie keinen Grund mehr gehabt, sich zu verbergen.

Sie haben auch keine Nachwuchs-Sorgen – trotz des “Aussteiger-Programms” der Regierung für jene, die der Gewalt abschwören.
Dazu passt die Neubewertung der amerikan schen Afghanistan-Strategie, wobei stärker nach einer “politischen Lösung” gesucht wird.

Der afghanische Analyst Harron Mir verweist auf die sicheren Rückzugsgebiete für die Taliban-Führer in Pakistan und auf die umfangreiche Hilfe, die sie dort bekommen, um dann zu schlußfolgern, es sei “sehr, sehr schwierig” den Aufstand nur dadurch zu bekämpfen, dass man die einfachen Taliban-Kämpfer töte.

Der Krieg dauert nun schon neun Jahre, das hat sich in Washington im Herbst 1999 keiner so vorgestellt. In Kabul wie auch in Washington ist längst klar, dass dieser Krieg auf rein militärischem Wege nicht zu gewinnen ist.