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Ungarns Regierungssprecherin: "Wir sind hier in Sicherheit"

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Ungarns Regierungssprecherin: "Wir sind hier in Sicherheit"

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Angesichts der Umweltkatastrophe in Ungarn haben wir mit der Regierungssprecherin des Landes, Anna Nagy, gesprochen:

Alasdair Sandford: “Ungarns Regierungschef hat den Unfall als ‘beispiellose Umweltkatastrophe’ für sein Land bezeichnet. Die Regierung versucht nun, mit den Folgen umzugehen und die Schäden für die Donau einzudämmen. Ich bin jetzt in Budapest mit Anna Nagy verbunden, der Sprecherin der ungarischen Regierung.”

euronews:
“Gewinnen oder verlieren Sie den Kampf in dieser Sache?”

Nagy:
“Es ist das erste Mal, dass sich eine derartige Katastrophe in Ungarn ereignet. Also müssen wir langsam, Schritt für Schritt, feststellen, was als nächstes zu tun ist – und das machen wir jetzt. Aber es sieht so aus, als seien wir hier in Sicherheit. Wir haben ein weiteres Auslaufen des Reservoirs gestoppt. Wir haben damit begonnen, die Straßen und die Häuser zu säubern. Wir haben es geschafft, den ph-Wert zu senken, die Verschmutzung des Wassers, ich denke, wir haben eine Menge getan in den vergangenen drei Tagen.”

euronews:
“Und was tun sie im Hinblick auf die Schäden weiter entfernt, die Donau fließt in andere Länder. Was machen Sie mit den Nachbarländern?”

Nagy:
“Heute nachmittag hat die Verschmutzung die Donau erreicht, aber auf einem weit geringeren Niveau, als zum Zeitpunkt des Unglücks. Das heisst, es hat mit einem ph-Wert von 13 begonnen, jetzt ist er auf 9,5 heruntergegangen, aber das ist immer noch nicht optimal. Die Vegetation und die Tierwelt im Fluss haben noch keinen Schaden davongetragen. Wir haben eine sehr gute Chance und hoffen stark, dass wir die Donau vor einem Verschmutzungsgrad bewahren können, der Ungarn und den Nachbarländern schaden würde.”

euronews:
“Wir haben gestern mit einem Experten gesprochen, der meinte, das Wichtigste sei nun, darin zu investieren, solchen Katastrophen zukünftig vorzubeugen. Was werden Sie tun?”

Nagy:
“Es laufen derzeit mehrere Untersuchungen. Ich denke, das Wichtigste ist, herauszufinden, wer für diese Tragödie verantwortlich ist. Die Katastrophe hat bei einem Privatunternehmen begonnen, dem das Werk gehört; dort ist der rote Schlamm ausgelaufen. Ich denke, es gibt weitere Schlussfolgerungen: Wir müssen etwa sehen, inwieweit in anderen gefährlichen oder risikorreichen Werken Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. Wir haben gleich nach dem Unfall damit begonnen, andere Firmen zu untersuchen, die mit gefährlichen und riskanten Stoffen arbeiten.”

euronews:
“Anna Nagy in Budapest, vielen Dank.”