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Friedensnobelpreisträger Liu Xiaboo - der sanfte Vorkämpfer für Demokratie

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Friedensnobelpreisträger Liu Xiaboo - der sanfte Vorkämpfer für Demokratie

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Liu Xiaboo, 54, ein Mann, dessen ganzes Streben der Demokratie in seinem Lande gilt
Über zwei Jahrezehnte nun schon zählt der Ehrenvorsitzende des chinesischen PEN-Clubs unabhängiger Schriftsteller zu den wichtigsten Denkern der Demokratiebewegung in China.
Für die komministischen Führer in Peking wurde er dadurch der Staatsfeind Nummer Eins.

“Die Stimme des Volkes lässt sich nicht ersticken, auch wenn die Regierung noch soviel Druck ausübt.
Das Volk protestiert weiter, die Regierung wird zuhören müssen.”
Das sagte er vor 15 Jahren. Seither war kein Interview mehr möglich.

Peking. Platz des himmlischen Friedens im Juni 1989. Der eben von einer Professur in New York heimgekehrte Literaturwissenschaftler stellt sich an die Seite der Reformen einfordernden Studenten.
In der Nacht zum 4. Juni handelt er mit dem Militär den freien Abzug der Hunger streikenden Studenten aus
Diesen Mut bezahlt er mit 20 Monaten Gefängnis.
Weil er auch anschließend nicht schweigen will, kommt er von 1996 bis ´99 in ein Umerziehungslager.
Aber dieser “sanfte Vorkämpfer für Demokratie”, wie ihn seine Freunde nennen, ist nicht umzuerziehen.
2008 – zum 60. Jahrestag der UNO-Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte – veröffentlicht er seine “Charta ´08”. Damit stellt er sich bewusst in die Tradition der Prager “Charta ´77”, fordert ebenso wie jene 31 Jahre zuvor das Ende der Einparteienherrschaft, Gewaltenteilung, Bürgerrechte.
Dass ihn das wieder ins Gefängnis bringen würde, nahm er bewusst in kauf, wie seine Frau berichtet.
Sie nennt ihren Mann “nicht konfrontativ, eher mäßigend und vernünftig”, sagt: “Er ist ein sanfter Mensch und kann doch faule Kompromisse nicht
ertragen”.