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Giftschlamm: Ungarn löst Zivilschutzprogramm der EU aus

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Giftschlamm: Ungarn löst Zivilschutzprogramm der EU aus

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Umweltschützer untersuchen noch, was in der roten Brühe genau drin ist. Jedenfalls reichte es, um im Marcal-Fluss alle Fische zu töten. Ungarn hat drei Tage nach Beginn der Giftschlamm-Katastrophe die EU-Partner um Hilfe gebeten. Budapest habe dazu den EU-Zivilschutz-Mechanismus ausgelöst, so ein Kommissionssprecher.

Im Ort Kolontár waren vier Menschen getötet und mehr als 120 verletzt worden, als am Montag das Becken einer Tonerde-Fabrik barst und toxischer Schlamm eine Fläche von 40 Quadratkilometern in Westungarn überschwemmte. Viele Bewohner wollen nicht zurück.

Die Kommission bat darum, Ungarn zu unterstützen. Umweltkatastrophen wie diese machten nicht an Grenzen halt. Wie wahr: Die Donau ist der zweitlängste Fluss Europas, in ihr erreicht die giftige Fracht Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Moldawien, die Ukraine und schließlich das Schwarze Meer.

Der EU-Zivilschutz-Mechanismus dient der Koordination der Hilfe durch 31 nationale Zivilschutz-Stellen im Katastrophenfall, etwa bei der Flut in Pakistan, dem Erdbeben in Haiti oder Waldbränden in Portugal.

Rotschlamm ist für Menschen und Umwelt gefährlich. Er enthält Abfallprodukte von Bauxit, das zur Aluminiumproduktion verwendet wird: Eisenoxid, Schwermetalle wie Quecksilber oder Arsen und Reste ätzender Natronlauge.