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Peking tobt wegen Friedensnobelpreis für Liu Xiaobo

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Peking tobt wegen Friedensnobelpreis für Liu Xiaobo

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Die Regierung in Peking tobt und versucht jede Information darüber zu unterdrücken: Der Nobelpreis für Frieden geht an den chinesischen Bürgerrechtler und Schriftsteller Liu Xiaobo.
Liu ist seit zwei Jahrzehnten einer der Köpfe der Demokratiebewegung. Als einer der Mitverfasser der “Charta 08”, einem Aufruf für Demokratie, wurde er 2008 zu elf Jahren Haft verurteilt.
Das norwegische Nobelkomitee zeichnete den 54-Jährigen für – wie es in der Begründung hieß -seinen “langen und gewaltlosen Kampf für fundamentale Menschenrechte” aus. Zur Zeit ist Liu in einem Gefängnis im Norden Chinas inhaftiert.

Aktivisten feierten spontan in Peking die Auszeichnung. Mindestens 20 Teilnehmer wurden sofort festgenommen. Die Polizei riegelte zudem das Haus, in dem Lius Frau wohnt, ab, und hinderte Journalisten daran, mit ihr Kontakt aufzunehmen.

Einer der Freunde Lius sagt: “Es stimmt mich traurig, dass die meisten Chinesen von der ‘Charta 08’ und von Liu Xiaobo nichts wissen. Dies ist eine Tragödie. Doch immer mehr Menschen werden jetzt nach der Auszeichnung erfahren, was die Charta und wer Liu Xiaobo ist”. Weil die Reaktion der Regierung in Peking voraussehbar war, machten Journalisten Aufnahmen mit der Frau Lius bereits vor Tagen. Telefonisch teilte sie mit, sie sei überrascht und bedauere, dass Xiaobo an der Freude nicht teilhaben könne. “Die Auszeichnung ist Anlass zum Stolz, bringt aber auch Verantwortung mit sich”, fügte sie hinzu. “Wenn er die Neuigkeit erfährt, wird er überrascht und glücklich sein, doch gleichzeitig wird sie ihn beunruhigen.” Das chinesische Staatsfernsehen zitierte das Außenministerium in Peking: Dieses ließ verlauten, die Auszeichnung Lius widerspreche den Grundsätzen des Nobelpreises, Liu sei ein Krimineller. Berichte im Internet über die Auszeichnung wurden blockiert.