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Sympathiewelle für Chinas inhaftierten Nobelpreisträger

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Sympathiewelle für Chinas inhaftierten Nobelpreisträger

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In Hongkong demonstrieren Sympathisanten, Staatschefs weltweit setzen sich für ihn ein. Doch der Träger des Friedensnobelpreises weiß von der Ehrung vermutlich noch gar nichts – der chinesische Menschenrechtler Liu Xiaobo sitzt im Gefängnis – fernab von Peking.

Das norwegische Nobelkomitee in Oslo zeichnete den 54-Jährigen für “seinen langen und gewaltlosen Kampf für fundamentale Menschenrechte” aus.

Chinas Führung ist empört. Für sie ist er ein Krimineller. Doch Totschweigen geht auch nicht mehr – das Ergebnis in Chinas Staatsfernsehen:

“Liu Xiaobo ist zu einer Haftstrafe verurteilt,” sagt der Nachrichtensprecher, “so einen auszuzeichnen ist eine Schmähung des Friedenspreises.”

US-Präsident Barack Obama forderte die Freilassung Lius, wie auch führende Vertreter der EU und der deutschen Bundesregierung.

Mark Toner, Sprecher des US-Außenministeriums, relativiert:

“Unser Verhältnis zu China ist ausgereift und steht auf einer breiten Basis. Da geht es um Wirtschaft, Handel und Währungsfragen und eben auch um Menschenrechte.”

Der Dozent an der Pädagogischen Universität Peking und Schriftsteller Liu Xiaobo fiel nach den Pekinger Studentenprotesten 1989 in Ungnade und musste immer wieder ins Gefängnis oder zur Umerziehung. Ohne Erfolg: Seit 2003 Präsident des chinesischen Pen-Clubs, unterstützte er 2008 das im Internet veröffentlichte Bürgerrechtsmanifest Charta 08.

Liu fordert mit friedlichen Mitteln Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Seine Haftstrafe endet in zehn Jahren.