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Wut und Ratlosigkeit in Ungarn

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Wut und Ratlosigkeit in Ungarn

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Für die rund 800 Einwohner des Dorfes Kolontar ist keine Entwarnung in Sicht. Sie sind mit Bussen in die nahegelegene Stadt Ajka gebracht worden.

Doch selbst nach ihrer Rückkehr kommt ein Wiederaufbau ihres verseuchten Dorfes nicht in Frage. Kolontars Schicksal ist besiegelt, es wird eine Geisterstadt.

Die ungarische Regierung hat den Menschen den Bau neuer Siedlungen versprochen. Doch wo genau sie in Zukunft wohnen werden, ist unklar. Die Bewohner von Kolontar klagen über einen Mangel an Informationen und fühlen sich von den Politikern alleingelassen.

Viele sind verzweifelt: “Unser Haus ist auf einer Anhöhe, wenn der Schlamm also unser Haus erreicht, hat er zuvor schon das gesamte Dorf zerstört. Teile von Kolontar existieren bereits nicht mehr.”

Ministerpräsident Viktor Orban reiste an, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Die Menschen seien in Trauer und beunruhigt, aber es gebe keine Panik, so Orban. Er erklärte außerdem: “Wir haben mit Hilfe der Polizei und des Militärs alle in dem Gebiet lebenden Menschen evakuiert. Wir wollen vermeiden, dass die Katastrophe erneut Menschenleben fordert.”

Freiwillige Helfer verteilen unterdessen Trinkwasser und Lebensmittel. Die Langzeitfolgen sind noch nicht absehbar. Der Rotschlamm enthält Arsen und Quecksilber in einer Konzentration, die für Menschen schädlich ist.