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Brasilen: harsche Vorwürfe im Wahlkampf

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Brasilen: harsche Vorwürfe im Wahlkampf

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Der Wahlkampf zur brasiliansichen Präsidentschafts-Stichwahl wird zunehmend aggressiver. Während in den Umfragen der Vorsprung der Linkspolitikerin Dilma Rousseff zunehmend kleiner wird, warf sie ihrem Herausforderer, dem Zentrumspolitiker José Serra vor, ausländischen Investoren in die Hände zu spielen.

Die Ölreserven zu privatisieren, so wie ihr Gegner das wolle, das bedeute auch, “weniger Geld für’s Schulsystem, für die Ausbildung, für Wissenschaft und Forschung; weniger Investitionen in umweltfreundliche Technologien, in Kultur, in Gesundheit, kurz: in die Zukunft Brasiliens.”

Serra kämpfte unterdessen offensiv um die Stimmen der in der ersten Runde drittplazierten grünen Kandidatin Marina Silva – die gleichzeitig auch als radikale, christliche Abtreibungsgegnerin bekannt ist.

Serra warf Dilma Roussef vor, lange Zeit pro-Abtreibungs-Politik gemacht zu haben, und nun plötzlich ihre Meinung geändert zu haben. “Das gleiche gilt für Gott: lange Zeit haben Sie gesagt, Sie glauben nicht – nun wenden Sie ihr Jäckchen und sagen, dass Sie gläubig seien.”

Dilma Rousseff ist die Wunschkandidatin des derzeitigen Präsidenten Lula da Silva. In der ersten Runde hatte sie aber schlechter abgeschnitten als erwartet und damit die absolute Mehrheit verpasst. In den Umfragen liegt sie weiter vorne, doch bleibt sie unter 50 Prozent und Herausforderer Serra rückt zunehmend auf.