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Liu widmet Nobelpreis Opfern vom Tian-An-Men

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Liu widmet Nobelpreis Opfern vom Tian-An-Men

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Der chinesische Bürgerrechtler Liu Xiaobo hat seinen Friedensnobelpreis den Opfern der Niederschlagung der Demokratiebewegung im Jahre 1989 gewidmet. Nach einem Treffen mit ihrem Mann im Gefängnis von Jinzhou teilte Liu Xia im Internet mit, er habe ihr gesagt, der Preis gehöre den Seelen der Getöteten vom 4. Juni (1989). Dann habe er geweint.

Die im Westen als “Tian-An-Men-Massaker” bezeichnete Niederschlagung der Demokratiebewegung im Jahre 1989 wird in China als “Zwischenfall am 4.6.” bezeichnet. Das Thema wird in den Medien totgeschwiegen.

Ein Reporter des norwegischen Fernsehens befragte vor Lius alter Universität Studenten: “Wir wissen nur, dass am 4.6. etwas passiert ist, aber nicht, dass es mit ihm zu tun hat. In der Schule wird nichts über den 4.6. gesagt, aber meine Freundin hat etwas von ausländischen Lehrern erfahren”, erzählt ein Studentin. “Ich glaube, die Behörden wollen den Wohlstand der Bevölkerung sichern und den Frieden. Deshalb sollten die Menschen nicht zu viel über Probleme wissen, wie die des 4. Juni”, meint eine andere.

Die staatlichen Medien kommentierten die Preisverleihung am Montag als Beweis dafür, dass der Westen nicht bereit sei, den Aufstieg Chinas zu akzeptieren.