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Direktor von ungarischem Aluminiumwerk festgenommen

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Direktor von ungarischem Aluminiumwerk festgenommen

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Die Einsatzkräfte in Ungarn haben ihren Kampf gegen eine zweite Giftschlammwelle fortgesetzt. Ein neuer Auffangdamm in der Ortschaft Kolontar soll bis zu diesem Dienstag fertig gestellt werden, teilte der ungarische Katastrophenschutz mit. Die einen Kilometer lange und vier Meter hohe Mauer soll eine weitere ätzende Schlammlawine aus dem geborstenen Becken eines Aluminiumwerkes aufhalten. Dort droht seit dem Wochenende eine weitere Dammmauer zu brechen. Die Zahl der Todesopfer stieg unterdessen auf acht.
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban teilte bei der wöchentlichen Parlamentssitzung in Budapest mit, dass der Generaldirektor der Ungarischen Aluminium-AG, Zoltan Bakonyi, festgenommen worden sei. Außerdem will der Staat das Unternehmen, das privaten ungarischen Eigentümern gehört, übernehmen und selbst weiterführen. Das Parlament billigte nahezu einhellig eine entsprechende Vorlage der rechtskonservativen FIDESZ-Partei von Orban.
Unterdessen traf ein sechsköpfiges Expertenteam der Europäischen Union ein. Die Spezialisten wollen sich vor Ort ein Bild von der Lage machen, Daten sammeln und den ungarischen Behörden bei der Bewältigung der Umweltkatastrophe helfen. Fast eine Million Kubikmeter Bauxitschlamm waren am vergangenen Montag ausgeflossen.