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Kopfloses Belgien bereitet Parlamentariern Kopfschmerzen

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Kopfloses Belgien bereitet Parlamentariern Kopfschmerzen

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Belgiens Abgeordnete haben ihre Arbeit nach der Sommerpause wieder aufgenommen. Ganz oben auf der Tagesordnung ein déjà-vu – dort steht die Bildung einer Regierung. Vor vier Monaten hatte Belgien ein neues Parlament gewählt. Schon lange droht eine Teilung des Landes – was viele Flamen im Norden unterstützen, im Gegensatz zu den französischen Wallonen im ärmeren Süden.

Ivan De Vadder von VRT, der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt im niederländischsprachigen Belgien, meint, “auf der französischsprachigen Seite sind die Sozialisten davon überzeugt, dass man unter belgischer Obhut bleiben sollte, um wirksamer zu sein. Die flämisch-nationalistische Partei NVA will genau das Gegenteil. Ohne belgische Obhut sei man wirksamer.”

Sein Kollege Francis Van de Woestyne von der französischsprachigen Tageszeitung La Libre Belgique erklärt, “die Antwort liegt in den Händen der NVA. Bart de Wever soll für Klarheit sorgen – vor allem, was seine eigene Position betrifft: Will er weiter in einem Bundesstaat leben, der Belgien heißt, mit Brüssel als Hauptstadt, und der das friedliche Zusammenleben zwischen den drei Regionen gewährleistet.”

Der flämische Nationalistenchef Bart de Wever war vom belgischen König Albert II. beauftragt worden, für Klarheit zu sorgen: Bis nächsten Montag soll der so genannte “clarificateur” den Spagat zwischen den sieben an den Koalitionsverhandlungen beteiligten Parteien schaffen.