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Forschungszentrum in Portugal eingeweiht

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Forschungszentrum in Portugal eingeweiht

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Gleich neben dem Belem Turm, Lissabons bekanntestem Bauwerk, liegt das Champalimaud Zentrum. Die Anlage ist das Werk des indischen Architekten Charles Correa und soll ab nächstem Jahr 400 Forschern aus den Neurowissenschaften und der Krebsforschung zur Verfügung stehen.

Namensgeber Antonio Champalimaud, einer der reichsten Männer Portugals, hatte den Bau mit einer Spende von 100 Millionen Euro ermöglicht. Als er 2004 starb, hinterließ er ein Viertel seines Vermögens der medizinischen Forschung.

Zur Eröffnungszeremonie am 5. Oktober, dem 100. Geburtstag der Republik Portugal, versammelte sich die Spitze der nationalen Politik. Euronews sprach mit Anibal Cavaco Silva, dem Staatspräsidenten Portugals:

“Ich denke, dass es nicht nur eine wichtige Entwicklung für Portugal ist sondern für die ganze Welt. Denn die hiesige Forschung wird allen zu Gute kommen, die an Krebs leiden.”

Das neue Zentrum verfügt nicht nur über die modernste Forschungs- und Therapieausrüstung. Die Planer erwarten eine einzigartige und nahtlose Verbindung zwischen dem Personal der Krebsstationen und den Forschern des Instituts.

Raghu Kalluri ist Direktor des neuen Zentrums und weiß um die Wichtigkeit des Austauschs zwischen Theorie und Praxis:

“Die Krebsforschung und die Behandlung der Krebspatienten laufen in den meisten Ländern getrennt voneinander ab. Bei uns sehen Sie die unmittelbare Verbindung beider Bereiche. Ein Krebspatient sieht während der Behandlung, dass die Forschung an seinem Fall weiter geht.”

Zum Konzept gehört auch, dass Patienten die Chemotherapie in einer Gartenanlage verabreicht bekommen. Sie sitzen in diesen Stühlen, in einer angenehmen Umgebung, nahe am Fluss und unter Bäumen.

Die Mehrzahl der Forschungslabore im Zentrum ist offen konzipiert. Der indische Architekt Correa legte bei seiner Arbeit Wert auf den offenen Austausch der Forscher untereinander.

Einen Schwerpunkt wollen die Ärzte des Zentrums auf die Erforschung von Brustkrebs legen, sagt die Leiterin der Fachabteilung, Fatima Cardoso:

“Die Forschungsergebnisse sollen so schnell wie möglich in der Therapie am Patienten umgesetzt werden. Es soll nicht mehr Jahre dauern, bis dieser von der Arbeit in den Laboren profitiert.”

Die Betreiber des Champalimaud Zentrums hoffen pro Tag 300 Patienten behandeln und somit die europäische Krebsforschung ein entscheidendes Stück voran bringen zu können.