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Lumière Filmfestival Lyon

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Lumière Filmfestival Lyon

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Der Filmklassiker “Singing in the Rain” von 1952 eröffnete die diesjährige Ausgabe des Lumière Film Festivals im französischen Lyon. Dabei war auch der amerikanische Regisseur Stanley Donan.

Das Festival fand im letzten Jahr zum ersten Mal statt und ehrt die zwei Brüder Lumière. Ihr Cinematograph, Projektor und Kamera in einem, legte den Grundstein des kommerziellen Kinos unserer Tage.

Die erste kommerzielle Filmvorstellung Frankreichs im Jahr 1895 in Paris zeigte den Blick auf die Fabrik der Lumière-Brüder in Lyon. Heute befindet sich in dem Gebäude, wie könnte es anders sein, ein Filmtheater.

Die Brüder Lumière scheinen geahnt zu haben, was das Medium Film zu leisten im Stande ist. Entsprechend würdigt das Festival 2010 dessen Werdegang mit der Projektion von jeder Menge Klassikern – eine wahre Lehrstunde in Sachen Filmgeschichte.

Der kanadische Regisseur Atom Egoyan weiß diesen didaktischen Ansatz zu schätzen:

“Die nachwachsende Generation verliert den Sinn für die Geschichte des Kinos. Einige Menschen meinen, alles hätte mit “Starwars” begonnen. Doch da ist so viel mehr zu entdecken.”

“Die Blechtrommel” von der Hand des Regisseurs Volker Schlöndorff – in einer verlängerten Version ebenfalls diesjähriger Programmbestandteil – gewann Ende der siebziger Jahre nicht nur einen Oskar sondern auch die Goldene Palme in Cannes.

Schlöndorff zieht das Kino dem Fernsehen vor:

“Wir sind so daran gewöhnt, Filme auf einem Bildschirm zu sehen. Es ist stets ein Vergnügen sie auf einer großen Leinwand schauen zu können. Es gibt so viele Filme, die über alle Entwicklungen und jeden Zeitgeschmack hinweg überdauern und nicht der Mode oder einer neuen Technik zum Opfer fallen.”

Das vielschichtige Publikum allerd Altersklassen scheint seine Theorie zu bestätigen.

Der polnische Regisseur Andrzej Zulawski kam nach Lyon und stand Pate für einen seiner Lieblingsfilme, Federico Fellinis “Roma” von 1972. Auch er hat seine ganz eigene Vorstellung vom Film auf der großen Leinwand:

“Kino ist nichts, was man einfach so schnell mit Licht und Kamera machen kann. Es ist ein Medium mit einer wechselvollen Geschichte, eine sehr interessante Geschichte. Es lohnt sich, mehr darüber zu lernen.”

Schon im letzten Jahr war das Festival ein Hit. Das hat sich dieses Jahr bestätigt.

Die Zuschauer warteten gespannt auf den Star des diesjährigen Festivals: Milos Forman. Das Programm ehrte den tschechisch-amerikanischen Regisseur mit einer Retrospektive seiner Filme.

Ganz im Geist der Veranstaltung verlieh die Festivalleitung dem mehrfachen Oskargewinner Forman den Lumière Preis für sein Lebenswerk und einen entscheidenden Beitrag zur Geschichte des Kinos.