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Nach Chemieunfall in Ungarn: Werk wird verstaatlicht

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Nach Chemieunfall in Ungarn: Werk wird verstaatlicht

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Mehr als eine Woche nach dem Giftschlamm-Unglück in Ungarn sind in der Region weiterhin hunderte Menschen im Einsatz. Fachleute errichteten einen Damm für eine mögliche neue Schlammwelle, während Freiwillige Schäden beseitigen und die von den geflüchteten Bewohnern zurückgelassenen Haustiere versorgen. “Der Schlamm hat einen hohen Laugenanteil, der ph-Wert beträgt 13,7”, so einer der Helfer. “Das bedeutet, dass der Schlamm in die Haut eindringt und sie rund um bereits vorhandene Verbrennungen beschädigt.” Doch nicht nur Katzen und Hunde werden versorgt, auch in freier Wildbahn lebende Tiere. Der Generaldirektor des Bauxitwerkes wurde wegen des Verdachts auf Massengefährdung und Umweltschädigung festgenommen. Er ist der Sohn eines Miteigentümers der Ungarischen Aluminium-AG, die möglicherweise verstaatlicht wird.
Das Parlament in Budapest billigte ein entsprechendes Gesetz. Fast eine Million Kubikmeter Bauxitschlamm waren zu Beginn der vergangenen Woche aus einem geborstenen Abfallbecken ausgeflossen. Acht Menschen kamen dabei ums Leben, etwa 150 wurden von der laugenhaltigen Brühe verletzt.