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Ungarn: Damm für mögliche zweite Schlammwelle

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Ungarn: Damm für mögliche zweite Schlammwelle

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Ungarn hat das Unternehmen, das vor acht Tagen die Giftschlamm-Katastrophe verursachte, unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt. Das Parlament in Budapest verabschiedete am Montagabend ein entsprechendes Gesetz.
Auch nahm die Polizei den Generaldirektor des Bauxitwerkes fest. Ein Damm für eine mögliche zweite Schlammwelle steht vor der Fertigstellung.
Sechs Experten der Europäischen Union trafen inzwischen ein, um die Behörden zu beraten. Um finanzielle Hilfen hat Budapest bisher nicht gebeten. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, der an einer Veranstaltung im südungarischen Pecs teilnahm, betonte, dass Brüssel bereit sei, Ungarn zu helfen. Ministerpräsident Viktor Orban informierte Barroso über das Ausmaß des Unglücks. Bei dem Unfall kamen acht Menschen ums Leben, 150 wurden verletzt. Das Dorf Kolontar sowie benachbarte Orte wurden von laugen- und schwermetallhaltigem Schlamm überschwemmt. Tausende Bewohner kamen in Notunterkünften unter. “Mein Haus, das auf einem Berg steht, blieb unbeschädigt, doch alles andere ist weg”, so eine Frau aus Kolontar.
Fachkräfte und Freiwillige kämpfen weiterhin mit der Beseitigung der Schäden. Helfer betreuen zurückgelassene Haus- sowie in freier Wildbahn lebende Tiere.